Sucht-Reha

Sucht-Reha
Selbstbildnis

Donnerstag, 3. November 2011

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,...

...der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Für mich der wohl schönste Satz in
Hermann Hesses wunderbaren Gedicht "Stufen", den ich auch hier zum Anlass
nehmen möchte, mich als Blog-Neuling zum ersten Mal mitzuteilen. Und das aus
gutem Grund.

Als ehemalige Führungskraft internationaler Werbeagenturen (z.B. als Group Head,
Creative Director), Leiter Werbung und Öffentlichkeitsarbeit und als Hauptgeschäftsführer
einer Film- und Entertainment Group,war ich selbst über viele Jahre hinweg Alkoholabhängig,
bis ich mich zu einer Langzeittherapie entschloss. Nach einem klinischen Praktikum und
zahlreichen Fortbildungsmaßnahmen im Fachbereich Sucht, meinen zunächst zaghaften
Schritten als Sozialarbeiter und später als Projektleiter, beschäftige ich mich seit Jahren mit
den Problemen Betroffener. Daraus resultierend gilt mein Hauptaugenmerk Methoden und
Konzepten sowie deren Umsetzung in suchttherapeutische Maßnahmen, die neue Wege aus
der Abhängigkeit zum Ziel haben.

Besonders erwähnenswert erscheint mir meine Teilnahme und die daraus resultierenden
Erfahrungen am Schulungsprogramm Professionals In Residence, das ich auf Einladung des
Betty Ford Center in Rancho Mirage, Calif. USA in den Jahren 2008, 2009 und 2010
absolvieren durfte.

Im Frühjahr 2010 gründete ich mit Kolleginnen und Kollegen die gemeinnützige Psychosoziale
Einrichtung ZenSIS e.V., um eine von mir erarbeitete Konzeption als Stabilisierungs- und
Strukturangebot für die Nachsorgephase anbieten zu können. Ein dadurch erforderlicher
Umzug in geeignete Räumlichkeiten wurde soeben abgeschlossen. Leider ist es mir bislang
nicht gelungen, Fachressorts der Stadt Frankfurt hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung
zu gewinnen. Die Einrichtung wird derzeit ausnahmslos mittels Eigenfinanzierung und Einlagen
des Teams betrieben.

Mit diesem Beitrag möchte ich vor allem mit der Mär aufräumen, Alkoholiker seien eine Spezies,
die man eher in Bahnhofsgegenden oder an Trinkhallen antrifft. Nein, Alkoholiker sind Menschen
wie Du und Ich. Und es gilt der noch immer währenden Stigmatisierung Alkoholkranker Menschen
entgegen zu wirken. Dafür stehe ich ein und richte mein ganzes Tun darauf aus, diesen Betroffenen
und ihren Angehörigen zu helfen. Damit auch sie bald wieder ein zufriedenes, glückliches und
hoffentlich auch suchfreies Leben führen können.

Ich bitte daher darum und rufe alle Interessierten dazu auf, sich dahingehend zu äußern, welche
Meinung sie zu dem Krankheitsbild haben, inwieweit ich Fragen zu suchttherapeutischen Maßnahmen beantworten soll oder welche Besonderheiten, die von mir beschriebene gemeinnützige Einrichtung aufzuweisen hat. Ich danke allen Lesern für ihre Aufmerksamkeit.

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